Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Mock Draft Monday: Stephans Mock

0

Keine Draft-Simulation bietet bessere Trade-Möglichkeiten als es die von PFF tut. Grundsätzlich sollte der Draft mehr als Lotterie verstanden werden und fast immer der Down-Trade gesucht werden. Um es jedoch nicht ganz zu einfach bzw. unrealistisch zu machen, habe ich auf Trades verzichtet.

Runde 1 – Pick 14: Trey Lance, QB, North Dakota State
Auf den meisten Draftboard wird Lance als QB4 oder QB5 geführt und ist im Großteil der Mock Drafts für die Vikings nicht erreichbar. Ich hatte die Möglichkeit und ließ sie mir trotz attraktiver Alternativen (bei Virgina Techs OT Christian Darrisaw grübelte ich am längsten) nicht entgehen. Ja, Kirk Cousins ist der unangefochtene Starter, doch solch ein QB-Prospect sollte man sich nicht entgehen lassen, zumal wenn es ohne Uptrade verfügbar ist.
Lance hat alle Tools und massig Upside: Der Arm ist der stärkste der Klasse, den er mit aggresiven Downfield-Würfen immer wieder zu benutzen weiß. Dazu ist er dank ausgeprägter Athletik auch im Run Game eine Waffe. Dagegen muss er dringend an Präzision und Throwing Motion arbeiten. Gerade bei uns Vikings wird ihm eine deutlich schwächere Passprotection erwarten, als er es in North Dakota State geniessen durfte. So bekommt er Zeit hinter Cousins zu lernen und frühestens 2022 in seine Fußstapfen zu treten.

Runde 3 – Pick 78: Kendrick Green, iO, Illionis
Stures draften nach Need verspricht selten Erfolg. Umso besser, wenn ein Spieler mit Scheme-Fit und Need einem vor die Füße fällt. Genau so ist es bei Kendrick Green der bei Illinois besonders im Zone-Scheme zu überzeugen wusste. Anders als mancher Scout traue ich ihm zu, in der NFL auf Guard zu bestehen und nicht den Wechsel auf Center vollziehen zu müssen. Besonders seine Athletik und Spielintelligenz gefallen, die Probleme des zu hohen Padlevels sind aber nicht zu leugnen. Das Board fiel nicht gut an Pick #78. Green ist wohl zu sehr nach Need gepickt.

Runde 3 – Pick 90: Brady Christensen, OT, BYU
Der Doppeldown für die Offensive-Line! Christensen galt in Scouting-Kreisen lange als heißer Sleeper, ist aber spätestens nach seinem absurd guten Pro Day darüberhinaus gewachsen. Kraft und fehlende Qualität der Gegner sind die großen Kritikpunkte des Tapes, doch ansonsten gibt es viel positives zu berichten: Ausgereifte Technik, die nötige Geduld, um auf den ersten Passrush-Move des Gegners zu warten und reagieren, sowie ein Handeinsatz der in der Klasse mit den besten Tackles überhaupt vergleichbar ist. Wird er auf Guard oder Tackle eingesetzt werden? Vermutlich wird es die Position, auf die Ezra Cleveland nicht eingeplant ist.

Runde 4 – Pick 114: Benjamin St.-Juste, CB, Minnesota
Ein Lokalmatador zu den Vikings. Mit 1,89 Meter Körpergröße ist St.-Juste eine fast absurde Erscheinung für einen Corner. Natürlich profitiert er dadurch von seinen langen Armen, die ihm mehr Spielraum für Fehler lassen, um trotzdem das defensive Play vollziehen zu können. Besonders wichtig für Mike Zimmer: Er ist nicht nur motiviert, er tackelt sogar richtig gut. Negativ: Gerade gegen kleine und wendige Gegenspieler wirkt er unbeweglich. In der NFL wird er dauerhaft gegen den größten Receiver des Gegners antreten.

Runde 4 – Pick 125: Dax Milne, WR, BYU
Milne ist einer der wenigen Outside Wide Receiver, die dieses Jahr in den mittleren Runden eine Selection wert sind. Sowohl an der Line of Scrimmage, als auch während der Route kann er Seperation kreieren, dazu besitzt er sichere Fanghände. Gegen physische Corner hat er dagegen Probleme und nach dem Catch ist nicht viel zusätzlicher Raumgewinn zu erwarten.

Runde 4 – Pick 134: Tommy Tremble, TE, Notre Dame
Mit Irv Smith wartet ein junger athletischer Tight End sehnsüchtig auf den Starterposten, der durch Kyle Rudolphs Abgang vakant wurde. Tremble ist der genau Gegensatz zu Smith: Wenig athletisch wird er als Receiver wohl nie über eine Check-Down-Option hinauskommen. Als Blocking-TE sind seine Qualitäten aber unbestritten: Mit Kraft und Technik überzeugt er besonders im Run-Game. Auch in Contested Catch Situation weiß er zu überzeugen. Ein Rhett Ellison 2.0. Die älteren werden sich erinnern! 😉

Runde 4 – Pick 143: Tyree Gillespie, FS/SS, Missouri
Gillepsie hat in Missouri haupsächlich als Free Safety gespielt, wird aber aufgrund seiner Explosivität und Qualitäten im Tackling in der NFL mehr in die Box rücken. Harrison Smith ist inzwischen 32 Jahre alt und so sehr es jeden Fan schmerzt: Die Vikings müssen sich Gedanken um dessen Nachfolge machen. Gillespie ist der richtige Mann, um nach ein, zwei Jahren über Special Teams und Reservistenrolle dieses Erbe anzugehen.

Runde 5 – Pick 157: Shaka Toney, EDGE, Penn State
Toney braucht einen mutigen Defensive Coach, um in der Liga erfolgreich zu sein. Mit seinen kanpp 250  lbs, wird er für viele Trainer kaum eine echte Option in einer NFL D-Line sein, zumal sich die fehlende Masse auch auf dem Feld durch mangelnde Kraft bemerkbar macht. Doch seine bereits erlernten und effektiv genutzen Passrush-Moves, die Spielintelligenz und die Tatsache, dass er seit drei Jahren durchgehend bei Penn State seine Qualitäten zeigte, reicht für mich, um ihn an dieser Stelle zu nehmen. Schaffen es die Vikings Toney mit mehr Masse zu bestücken, ohne dabei seine Explosivität signifikant zu verlieren, könnte dies der Steal der Klasse werden.

Runde 5 – Pick 168: Cornell Powell, WR, Clemson
Laquon Treadwell. Der Name hinterlässt bei vielen Vikings-Fans ein schmerzverzerrten Gesichtsausdruck. In Runde 5 wähle ich ein Prospect, das sehr an den ehemaligen 1st Rounder erinnert. Powells Physis ist beeindruckend: Beginnend beim Get-off an der Line of Scrimmage, über die körperliche Dominanz in der Route bis hin zu sicheren Händen und eine etwas überraschende Begabung auch nach dem Catch Schaden in der Defense anzurichten. Das ganze geht einher mit wenig Seperation und kaum Speed. Ein Treadwell für Arme eben.

Runde 6 – Pick 199: D’Ante Smith, OT, East Carolina
Aufmeksamen Podcast-Hörern ist Smith bereits ein Begriff, so habe ich ihn in der Folge der O-Liner als meinen Sleeper vorgestellt. Smith muss DRINGEND an Masse zulegen, positionsübergreifend gibt es kaum Spieler, die zum Zeitpunkt des Drafts weniger Kraft in den Armen haben als er. Doch dafür bekommt er  ein, eher zwei komplette Jahre Zeit. Größe und Explosivität sind zu gut, um hier darauf zu verzichten.Zumael er eine bessere technische Finesse besitzt als es sein Mini-College erwarten lassen würde.

Runde 7 – Pick 223: Isaiah McDuffie, LB, Boston College
Undersized Linebacker-Safety Hbyrid der einigermaßen beweglich ist aber seine Chance auf den Kader ausschließlich über die Special Teams finden kann. Sollte keine Rolle in der Defense spielen. Allerdings konnte man das auch letztes Jahr über den ein oder anderen Linebacker der Vikings sagen. Resultat bekannt.

Fazit: Gerade in den frühen Runden ist der Mock Draft sehr auf die offensive Seite konzentriert. Die ersten drei und fünf der ersten sechs Picks wurden in die eigentlich bessere Unit investiert. Lance wollte ich mir nicht entgehen lassen und danach die Offensive Line als größte Schwäche des Kaders fokussiert angreifen. Im Nachhinein ist sicher besonders Green an 78 kritisierbar: Der Value ist hier schlicht dünn, sodass ich eher auf eine wichtigere Position ausweichen hätte sollen und Guard in den mittleren Runden erneut hätte bedienen können. Jedoch kommen mit Green und Christensen gleich zwei Kandidaten, um die seit Jahren schwache interior Passprotection zu stabilisieren. Irgendwann muss es doch mal klappen. Mit St.-Juste, Milne und Tremble in den mittleren Runden bin ich zufrieden. Alle drei haben zwar klare Schwächen, können aber in ihren begrenzten Rollen bereits früh Einfluss auf das Team haben. In den späten Runden gefallen mir besonders Toney und Smith. Zwei Upside-Prospects, die Zeit brauchen um sich zu entwickeln, aber mehr sind als nur gute Athleten ohne Technik.

Insgesamt würde ich dem Mock eine 2- vergeben. Schlussendlich wäre aber Tray Lances dauerhafte Entwicklung die entscheidende Determinante. And now, it’s your turn! Was haltet ihr vom Mock? Roast me!

Schreibe einen Kommentar