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Mock Draft Monday: Jonas Stärks Vikings Mock Draft 2.0

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Weniger als drei Wochen müssen noch vergehen, bis die Spekulationen ein Ende und die Vikings ihre echten Draftpicks haben. Nachdem ich in meinem ersten Mock Draft noch auf Trades verzichtet habe, wurden diesmal welche durchgeführt. Für die Simulation wurde das Mock Draft Tool von The Draft Network genutzt.

Runde 1 – Pick 14: TRADE!

WFT bekommt: 14(R1)

MIN bekommt: 19(R1) + Pick 51(R2)

Wie erwartet kommt es in der ersten Runde zu einem großen Run auf Quarterbacks und Wide Receiver. Dadurch fällt Penn State Linebacker Micah Parsons bis zum 14. Pick. Das Washington Football Team sieht seine Chance und macht den Trade mit den Vikings, die ihrerseits mehrere dringende Needs angehen müssen und dafür nur einen Pick in den Top 75 hatten.

Runde 1 – Pick 19: SAMUEL COSMI, OT, Texas

Dass die Vikings für ihr Schema athletische Offensive Linemen suchen, ist nicht neu. Samuel Cosmi ist einer der athletischsten Offensive Tackles der letzten Jahre. Seine Pass-Sets brauchen hingegen noch viel Arbeit. Trotz der merkwürdigen Shuffle-Sets, welche er in Texas nutzte, konnten sich die Ergebnisse in Pass Protection sehen lassen. Kaum ein anderer Offensive Tackle dieser Klasse kann eine ähnlich hohe Konstanz vorweisen. Wegen der Umstellung auf gängige Pass-Sets ist es gut möglich, dass Cosmi nicht ab dem ersten Spieltag startet. Da Minnesota allerdings mit Rashod Hill eine solide Brückenoption hat, können sie Cosmi die nötige Zeit geben und auf sein extrem hohes Potenzial wetten.

Runde 2 – Pick 51: TRADE!

KC bekommt: 51(R2)

MIN bekommt: 63(R2) + 136(R4) + 207(R6)

Die Vikings sammeln weitere Picks und finden für ihren Zweitrundenpick einen starken Interessenten. Die Kansas City Chiefs suchen nach ihren Investitionen in die Offensive Line eine weitere Waffe für ihre explosive Offense und werden an 51 mit Speedster Rondale Moore fündig. Tyreek Hill und Rondale Moore in der selben Offense? Good Luck, Defense!

Runde 2 – Pick 63: PAYTON TURNER, Edge, Houston

Der fast zwei Meter große Payton Turner passt perfekt in das Anforderungsprofil der Vikings. Seine extreme Körper- und Armlänge, sowie ein erstaunlich gutes athletisches Profil sorgen für ein vielversprechendes Fundament in Kombination mit seinem neuen Coach Andre Patterson. Turner muss noch an seinem Stand arbeiten. Andererseits hat er bereits sehr aktive Hände und ein ordentliches Reservoir an Pass-Rush-Countern. Bei offensichtlichen Passing Downs kann er auch auf einer Interior Position eingesetzt werden.

Runde 3 – Pick 78: MILTON WILLIAMS, iDL, Louisiana Tech

Die Jagt auf extrem athletische Talente geht weiter. Milton Williams ist ein lange unbekanntes Prospect, welches mit einer Break-Out Saison 2020 und einem absurden Pro Day auf sich aufmerksam machte. Hinter den beiden Run-Stoppern kann er bei Passing Downs bereits früh eingesetzt werden und dann sukzessive in eine größere Rolle wachsen. Ein echter Pass-Rusher hat den Vikings in der Mitte der Defensive Line noch gefehlt.

Runde 3 – Pick 90: BENJAMIN ST-JUSTE, CB, Minnesota

St-Juste ist einer der wenigen Spielern, welche in beiden meiner Mock Drafts ausgewählt wurden. Zwar sah Cornerback nach den Verpflichtungen von Patrick Peterson und Mackenzie Alexander nicht wie große Needs aus. Der Gewaltexzess von Jeff Gladney gegen seine Freundin, ändert allerdings besonders die langfristigen Planungen auf dieser Position.

Benjamin St-Juste ist ein großer und überraschend agiler Cornerback, der Receiver besonders am Catch Point behindern kann. Mike Zimmers Two-High Defense sollte seinen Stärken stark entgegen kommen. Besonders beim Senior Bowl konnte er seine Aktien im Draftprozess stark verbessern.

Runde 4 – Pick 119: ROBERT HAINSEY, OL, Notre Dame

Zwar spielte Robert Hainsey als Right Tackle bei Notre Dame. Beim Senior Bowl wurde er aber hautsächlich in der Interior Line eingesetzt, wo er einen starken Eindruck hinterließ. Auf dem College hatte er großen Erfolg in Zone-Konzepten, obwohl er kein außergewöhnlicher Athlet ist. Seine Handtechnik ist hingegen gut ausgebildet. Seine Punches kommen mit einem guten Timing und Placement und besitzen zudem die für die NFL notwendige Varianz. Gegen Bull-Rusher nutzt er zudem oft eine effektive „Snatch-Trap“. Da seine Arme jedoch recht kurz sind, wird die NFL ihn vermutlich als Guard sehen.

Runde 4 – Pick 125: KENDRICK GREEN, iOL, Illinois

Kendrick Green ist ein klassischer Interior Lineman für ein Wide Zone Schema. Er begann seine Karriere noch auf der anderen Seite in der Defensive Line. Durch seine extreme Athletik ist Green besonders in Zone-Konzepten erfolgreich, wobei er im zweiten Level noch zu aufrecht spielt und deshalb immer wieder Blocks gegen flinke Linebacker verpasst. In Pass Protection bekommt er durch seinen oft zu tief angesetzten Two-Hand Punch einige Probleme. Er muss also an Placement und Varianz arbeiten. Durch seine Erfahrung auf Guard und Center bietet er seinem künftigen Team wertvolle Vielseitigkeit.

Runde 4 – Pick 134: JAMES WIGGINS, S, Cincinnati

Die Vikings brauchen weiterhin dringend Tiefe auf Safety, zumal ihre beiden aktuellen Starter auf der Position nach heutigem Stand nach der Saison Free Agents werden. James Wiggins ist ein flexibel einsetzbarer Safety mit Erfahrung als Single-High Safety, in Split-Zones und sogar in Man-Coverage im Slot. Durch seine Athletik, Routen-Antizipation und Ball-Skills kann er sich in der NFL zu einem guten und flexibel einsetzbaren Cover-Safety entwickeln. Im Run-Support ließt er meistens die richtigen Keys und nimmt vernünftige Pursuit-Winkel. Als Tackler ist er grundsätzlich sicher, wobei er hin und wieder zu reinen Schulter-Hits statt sauberen Wrap-Up-Tackles neigt.

Runde 4 – Pick 136: CORNELL POWELL, WR, Clemson

Auch bei den Wide Receivern wird in Minnesota Tiefe benötigt. Hinter Justin Jefferson und Adam Thielen sieht der Depth Chart ziemlich dünn aus. Cornell Powell brachte es für die Tigers erst im Laufe der letzten Saison auf größere Einsatzzeiten. Besonders in der zweiten Saisonhälfte war er in der Offense um Trevor Lawrence ein wichtiger Faktor. Powell ist ein kräftiger Receiver mit einem soliden athletischen Profil. Er mag zukünftig kein spektakulärer Big-Play Receiver sein, sollte aber seinem zukünftigen Team eine gute und zuverlässige dritte Option bieten.

Runde 4 – Pick 143: IHMIR SMITH-MARSETTE, WR, Iowa

Ihmir Smith-Marsette ist ein spektakulärer Receiver, der aber durch die auf den Lauf fokussierte Offense der Hawkeyes nicht wirklich zur Geltung kam. Er bringt die vielversprechende Kombination aus Größe, Geschwindigkeit und Explosivität mit. Die größten Stärken hat Smith-Marsette bei vertikalen Routen. Auch mit Double-Moves hatte er einige gute Momente. Sein Ball-Tracking kann hin und wieder unkonstant sein, wobei er auch hier bei vertikalen Pässen über seine Schulter besser agiert, als bei Routen, wo er zurück zum Ball arbeiten muss.

Die Vikings können ein weiteres vertikales Element in ihrer Play-Action Offense gut gebrauchen, zumal sie dann auch Jefferson noch variabler einsetzen können.

Runde 5 – Pick 157: RASHAD WEAVER, Edge, Pittsburgh

Rashad Weaver in der fünften Runde wäre ein absoluter Glücksfall. Der könnte wesentlich früher gehen. Weaver ist ein solider Athlet, wobei seine Ergebnisse bei seinem Pro Day etwas besser ausfielen als erwartet. Zudem besitzt er relativ lange Arme und weiß diese meistens klug einzusetzen. Er hat eine ordentliche Sammlung an Pass-Rush Moves. Gegen den Lauf ist Rashad Weaver ein disziplinierter Verteidiger, der besonders als Backside-Defender bei Cut-Backs gute Momente hat.

Runde 5 – Pick 168: POOKA WILLIAMS, RB, Kansas

Wer oft den Draft Talk hört, hat diesen Pick wahrscheinlich kommen sehen. Pooka Williams ist ein klassischer Gadget Spieler. Er ist zu leicht und nicht kräftig genug für eine klassische Rolle als Running Back. Er ist aber erfahren als Passempfänger aus dem Backfield und dem Slot. Durch seinen Speed und seine extreme Agilität ist er aber eine gefährliche Waffe für Trick-Spielzüge, Screens und als Returner. Er ist ein würdiger Träger des Titels „Human Joystick“.

Runde 6 – Pick 199: TAY GOWAN, CB, UCF

Die niedrige Platzierung von Tay Gowan auf vielen Boards ist ein Rätsel. Besonders durch seinen Opt-Out scheinen ihn viele Analysten vergessen zu haben. Dabei ist Gowan ein großer und trotzdem agiler Cornerback, der Receiver gut am Catch Point stört. In Man-Coverage kann seine Fußarbeit manchmal ein bisschen lethargisch sein. In der Two-High Defense der Vikings sollte er aber gut funktionieren.

Runde 6 – Pick 207: NICK EUBANKS, TE, Michigan

Nick Eubanks hat einen guten Körperbau und Geschwindigkeit für die Position. Leider konnte er das bisher nicht in Produktion umsetzen, weshalb er selbst in einer schwachen Tight End Klasse noch zu haben ist. So spät im Draft ist es aber vertretbar, auf seine Tools zu wetten, zumal er durch seine Geschwindigkeit auch ein Faktor in den Special Teams werden könnte.

FAZIT:

Dass die Vikings in ihren Lines auf beiden Seiten des Balles einen besonderen Fokus auf Athletik setzen, ist nicht neu. Das wurde mit den ersten Picks bedient. In der Offensive Line können Hainsey und Green um den Platz als Left Guard kämpfen, während Cosmi im Laufe der Saison als Left Tackle den Platz von Rashod Hill übernehmen kann. Payton Turner und Milton Williams sollten auf der anderen Seite dem im letzten Jahr katastrophalen Pass-Rush sofort helfen. Die beiden in der vierten Runde gewählten Receiver bieten den Vikings mehr Tiefe und Flexibilität für eine bis jetzt relativ dünne Gruppe mit vielen ähnlichen Spielertypen.

Durch die beiden Trades konnten zusätzliche Picks gesammelt werden, um mehr Lücken in einem Kader zu füllen, der das dringend nötig hat. Sollte in der ersten Runde nicht plötzlich einer der Top-Quarterbacks in Reichweite kommen, sollten die Vikings möglichst einen Trade nach hinten anstreben.

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